Pasta con le sarde - Nudeln mit Sardinen

Alles andere als ein schlichtes Mahl -
Pasta con le sarde sind geradezu luxuriös und vor allem lecker!

Es ist kein Gericht, dass ich mit einer Dose Ölsardinen und ein paar Spaghetti nur für mich selbst mache - ich bereite es eher für Freunde, die während dessen am Esstisch bei einem Glas vom Weißwein, mit dem ich auch koche, eine kleine Weile warten. Es muss frisch gemacht und gleich serviert werden.

In Sizilien werden die Nudeln natürlich mit fangfrischen, ausgenommenen Sardinen zubereitet. Ich lebe im Rheinland und im Rhein wurden noch keine Sardinenschwärme gesichtet. Daher behelfen wir uns hier mit Konservendosen. Bei all den Zutaten für meine Variante dieses Nudelgerichts, wäre es eine Schande, nicht nach der bestmöglichen konservierten Ware zu suchen, die verfügbar ist. Also nehme ich hierfür die besten Sardinen in Olivenöl (oder in Butter aus Frankreich, sehr gut und recht teuer, aber ihr Geld wert) mit Nachhaltigkeitssiegel. Der Geschmack gibt dem Recht.

Typisch sizilianisch ist die gemeinsame Verwendung von Rosinen und gerösteten Pinienkernen. Als ich einmal keine Pinienkerne hatte, nur eine Kernmischung mit Pinienkernen, Sonnenblumen- und Kürbiskernen, hab ich es damit gemacht. Weil es so gut schmeckte, bin ich dabei geblieben. Auch die Orange kam zufällig dazu, als es gerade keine Zitrone mehr im Kühlschrank gab.

Ebenso typisch: in Sizilien wird dieses Gericht meist mit wildem Fenchel bereitet. Dieses Kraut ist hier kaum erhältlich. Stattdessen bekommt alles bei mir eine ernstzunehmende Fencheltherapie. Wer das nicht mag: einfach die Fenchelsamen und den frischen Fenchel weglassen und eine zweite Zwiebel würfeln.

Wir brauchen für 4 Personen:

400 - 500 g Makkaroni

2 EL Rosinen
200 ml Weißwein
1 Döschen Safran (in der Regel 0,1 g) oder, wenn man losen Safran hat, 10 Fäden

2 EL Pinienkerne oder gemischte Kerne
4 ghäufte EL Paniermehl
1 TL abgeriebene Orangenschale
1 TL Fenchelsamen, im Mörser etwas zerrieben
eine Prise Chiliflocken

die Orange, deren Schale wir verwenden, zum Servieren achteln

1 Zwiebel, gewürfelt
1 kleiner Fenchel mit Fenchelgrün oder die Hälte eines sehr großen, gewürfelt
das Fenchelgrün grob gezupft

Ölsardinen: je nach Inhalt und Größe der gewählten Konserve richte ich mich nach dem Abtropfgewicht - es sollten für 4 Personen 200 bis 250 g Abtropfgewicht sein. Bei mir sind es meist pro Dose 80 g Abtropfgewicht, also 3 Dosen. Die abgetropften Sardinen bereitstellen. Etwas vom Öl aus der Dose kann ruhig dabei bleiben.

Bestes Olivenöl
Salz, Pfeffer

So geht's:

Nudelwasser aufsetzen - wenn es kocht, reichlich Salzen.

Die Rosinen im Wein einweichen und den Safran dazu geben.

In einer ausreichend großen Pfanne, die später auch die Nudeln aufnehmen soll, ohne Fett die Kerne rösten. Wenn sie beginnen zu duften, in eine kleine Schüssel geben.

Dann in der Pfanne 3 EL Olivenöl heiß werden lassen und Orangenschale, Fenchelsaat und Chili anrösten, dann das Paniermehl dazugeben und leicht bräunen. Zu den Kernen in die Schüssel geben. Dazu gebe ich auch das gezupfte Fenchelgrün.

Die Pfanne auswischen und darin die Gemüsewürfel in 1 EL Olivenöl andünsten. Dabei mit einer Prise salzen.

Während dessen sollten die Nudeln ins kochende Salzwasser gegeben werden.

Wenn die Ziebeln transparent werden, die Rosinen mit Wein und Safran in die Pfanne geben und die Flüssigkeit köchelnd etwas reduzieren lassen. Die Fenchelwürfel behalten dabei etwas Biss. Sardinen dazu geben, alles leicht vermengen.

Die Nudeln eine Minute vor Ende der Kochzeit aus dem Topf tropfnass mit dem Mix in der Pfanne verrühren. (Sie garen weiter.)

Geröstete Kerne, Paniermehl und Fenchelgrün dazugeben sowie reichlich frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer.

Ich stelle die Pfanne auf den Tisch, damit sich jeder selbst bedienen kann, dazu die Orangenachtel, Pfeffermühle und Öl. Jeder kann nach Geschmack ein paar Spritzer Orangensaft darüber geben sowie etwas Olivenöl und Pfeffer nach Gusto - Guten Appetit!

clear glass cruet bottle
Foto: Roberta Sorge