Tradition aus Hessen

Mit Essig und Öl kurz marinierter hessischer Handkäs

Am Sauermilchkäse Harzer, auch Harzer Rolle genannt, scheiden sich die Geschmackgeister. Für die einen klebt und stinkt er, andere meinen, sein Duft ist unwiderstehlich, streng schmeckt er gar nicht - ein bisschen pikant vielleicht.

In Hessen sollte man nicht nach Harzer fragen. Er wird dort, wo er zu Hause ist, Handkäs genannt. Diesen Namen und seine kleine Form verdankt er der früheren Herstellungsmethode. Die Rolle wurde von Hand geformt und hatte deshalb auch höchstens die Größe einer Hand. Die hessischen Handkäselaibchen erhielten im Jahr 2010 das EU-Siegel der "geschützten geografischen Angabe" (g.g.A.). Ohne das blau-gelbe Siegel auf der Verpackung kommt der Harzer nicht aus Hessen.

Zum Traditionsgericht muss nicht zwingend Ebbelwoi getrunken werden, aber er passt wirklich gut dazu. Deshalb verwende ich für die Marinade gerne Apfelessig. Wenn die Zwiebelringe kurz mit kaltem Wasser abgespült werden, verlieren sie an Schärfe. Sie können dann einfach tropfnass verwendet werden, denn etwas Wasser schadet der Essig-Öl-Marinade nicht.

Wir brauchen (für zwei Vorspeisenportionen):

1 Harzer Rolle – in vier Scheiben geschnitten (In der Regel ist eine 120-g-Rolle bereits so geformt, dass vier dicke Scheiben sich von selbst trennen.)

1 Schalotte oder kleine Zwiebel – längs halbiert und in dünne Halbringe geschnitten

3 EL Apfelessig
2 EL Pflanzenöl
1 Prise Salz, etwas weißen Pfeffer

1 gehäuften TL Kümmel – im Mörser oder unter einem breiten Messerrücken leicht zerdrückt

So geht’s:

Die Käsescheiben in einen tiefen Teller geben und die Zwiebelringe darauf verteilen. Aus Essig, Öl, Salz und Pfeffer eine Marinade rühren (am besten mit einem Schneebesen). Die Marinade über Käsescheiben und Zwiebeln verteilen und Kümmel darübergeben. Fünf Minuten ziehen lassen.

Graubrot mit Butter dazu servieren.

Guude Abbo!