Typisch schwedisch und beliebt im Advent - Foto: ALLEKO

Janssons frestelse - typisch schwedischer Kartoffelauflauf

Zum ersten Mal erfuhr ich vom Auflauf mit dem interessanten Namen vor über 40 Jahren durch ein Kochbuch über die skandinavische Küche. Vor allem im Winter sind mir die reichhaltigen Gerichte aus den Ländern der Mitternachtssonne auch in unseren Breiten sehr willkommen.

Der Auflauf wird zubereitet mit einem Fischerzeugnis aus Sprotten, einer Heringsart, in Schwedisch ansjovis. Dies verleitet dazu, gesalzene Sardellenfilets zu verwenden. Damit wär das Gericht zu salzig und hätte ein ganz anderes Aroma als ein nordisches. Stattdessen sollte man im Supermarkt oder Fachgeschäft nach Fischkonserven mit der Bezeichnung Appetitsild suchen. Dies sind die mit Gewürzen und Essig eingelegten Filets der kleinen Schwarmfische. Eine Dose mit 90 Gramm Inhalt reicht für die Mengen in diesem Rezept.

Wir brauchen (für vier Portionen):

Butter für die Auflaufform

3 Zwiebeln - längs halbiert und Hälften quer in dünne Scheiben geschnitten
2 EL Butter
etwas Salz

6 bis 7 große Kartoffeln - rund 850 g insgesamt
90 g Appetitsild (meist 15 bis 17 Filets in einer Dose)

400 ml Sahne
Salz
, Pfeffer
fein gehackte Dillfransen - gehackt 2 EL voll

etwas Paniermehl
Butterflöckchen

Zum Servieren: Zitronenviertel und mehr frischen Dill

So geht's:

Eine Auflaufform mit Butter ausstreichen.

Die Zwiebeln in einer Pfanne mit Butter glasig dünsten und dabei mit einer Prise Salz würzen. Sie können ruhig ein wenig bräunen.

Die geschälten Kartoffeln in Stifte schneiden. Streichholzdünn ist besonders ansehnlich, aber etwas breiter ist auch gut. Kartoffeln, Zwiebeln und Fischfilets abwechselnd in die Form schichten. Mit einer Schicht Kartoffeln abschließen.

Sahne mit dem Dill, reichlich Pfeffer, zwei Prisen Salz mischen und über den Auflauf gießen. Etwas Paniermehl darüber streuen und ein paar Butterflöckchen draufgeben.

Im 180 Grad heißen Ofen (160 Umluft) 50 bis 60 Minuten garen. Mit Zitronenvierteln und frischem Dill servieren.

Smaklig måltid!

💡
Es gibt verschiedene Legenden, wie der Auflauf zu seinem Namen kam. Eine davon beschreibt, dass der schwedische Opernsänger Pelle Janzon (1844 - 1889) sich das Rezept einfallen ließ, damit seine Gäste nicht nur aßen, sondern auch beim Schnaps und Bier ordentlich zulangten.

Janssons frestelse ist auch der Titel eines Spielfilms von 1928. Der Autor Gunnar Stigmark schreibt Ende der 1980-ger Jahre in Så var det med Janssons frestelse - So war das mit Janssons Versuchung: Der Name wurde erst einige Jahrzehnte nach Janzons Tod populär. Keine Quelle belegt, dass der Opernsänger jemals etwas ähnliches gegessen hat und sein Name wird anders geschrieben. Stigmarks Mutter Elvira mochte die Filme des Schauspielers Edvin Adolphson, der die Hauptrolle in Janssons Frestelse spielte. Der bei Kritikern durchgefallene Stummfilm geriet in Vergessenheit, aber der Titel blieb Elvira Stigmark im Gedächtnis und sie gab einem von ihr kreierten Sprottenauflauf mit Kartoffeln diesen Namen. Der fand in ihrem Umfeld Gefallen und die Köchin der Familie, Sofie Pauline Brogård, verbreitete ihn möglicherweise weiter.

Heute ist Janssons frestelse fester Bestandteil des schwedischen Julbord, der Weihnachtstafel.