Mehrere Menschen essen an einem Tisch, zu sehen sind Teller mit verschiedenen Speisen und Hände mit Besteck
Zusammen sein, genießen - Foto:Violeta Stoimenova

Genüg Gründe, unser Miteinander zu zelebrieren

In diesen Tagen dunkler und schrecklicher Nachrichten ist es manchmal nicht vorstellbar, dass Kochen mehr leisten kann, als die notwenige Nahrungsaufnahme sicherzustellen. Was bringt es denn, Sahne in die Weinreduktion zu gießen? Wozu Gemüse putzen und schneiden? Was soll der Aufwand?

Es geht darum, die Menschheit zu feiern, auch wenn andere versuchen, sie zu zerstören, Freude inmitten von Traurigkeit zu finden und für einander da zu sein, wenn Konflikte aufflammen. Ein mit Hingabe gekochtes Essen ist Zuneigung, die wir schmecken können und genießen dürfen.

Über Krieg und seine Folgen zu sprechen fällt leichter, wenn wir uns dafür um einen Tisch versammeln. "Lasst uns heute beim Abendessen reden." Servieren wir etwas einfaches, es muss kein mehrgängiges Menü sein. Ein schlichter Eintopf oder eine feine Suppe wärmt Bauch und Seele.

Während wir reden über Angst, Traurigkeit, Verwirrung und Freude, lässt sich aus den Resten, die wir dabei im Kühlschrank finden, fix was feines machen. Mit einfachen Zutaten wie Bohnenkonserven ist genauso schnell etwas überraschendes aufgetischt, das den Zustand der Welt beim gemeinsamen Essen vergessen lässt.

Den gleichen Effekt hat es, die erstaunliche Alchemie verschiedener Zubereitungsarten zu beobachten oder etwas zu kochen, wofür ein wenig mehr Zeit und Vorbereitung der Zutaten erforderlich ist.

Und wenn die Kinder zum siebten Mal in der Woche Nudeln mit Tomatensoße haben möchten, die Eltern aber mal wieder etwas Fleisch? Kein Problem!

Wir können uns mit Aromen und Ideen in die Provence versetzen, einen kurzen Genussausflug nach Italien unternehmen, in Gedanken nach Griechenland reisen oder im Duft eines orientalischen Imbiss schwelgen.

Beim gemeinsamen Essen und Reden sollten wir dankbar sein und vielleicht haben wir sogar Grund, etwas zu feiern? Dafür etwas besonderes zu servieren, ist gar nicht schwierig mit diesem schnellen Lachs oder einer festlichen Forelle.

Manchmal geht es nur darum: Reden, kochen, essen - feiern. Den Trost des Beisammenseins. Und etwas Süßes zum Abschluss ist auch noch schnell gemacht.

Der Aufwand lohnt sich. Immer.

Ein dampender Kochtopf ohne Deckel steht auf einem Herd in halbdunkler Küche
Foto: Gaelle Marcel